Mythen in der Medizin 

«Mythen der Medizin» hiess das Thema des vom Zürcher Senioren- und Rentnerverbandes (ZRV) organisierten Forums im Zürcher Kirchgemeindehaus Hottingen. Referent war ZRV-Vorstandsmitglied Dr. med. Hans-Ulrich Kull. Mit seinem Vortrag fesselte er die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer. 

Was einmal Mythos war, könne plötzlich wahr sein – und auch umgekehrt , sagte Kull. Aber: Ein bisschen Wissen sei gemäss Konfuzius eine gefährliche Sache. Ein nur leicht verfälschter Sachverhalt könne – in der Medizin - grosse negative Auswirkungen haben. In keinem Gebiet, wie in der Medizin, gebe es so viele Fehlmeinungen und falsche Behauptungen. Der Allgemeinmediziner kam auf Gespräche in Einkaufszentren, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Treppenhaus aber auch schlecht recherchierten Beiträgen in Medien zu sprechen. Ohne Indikationen oder Dosen zu kennen, würden schlecht fundierte Ergebnisse wiedergegeben. Vielfach beruhe vieles auf Wunschdenken, Ängsten, Falschverstehen, vorgefassten Meinungen oder der Erziehung. Der Arzt verweis auf einige falsche Behauptungen. Hier nur wenige davon:

Vielfach, so der Referent, breiteten sich unsinnige Theorien aus. So mit Corona, in dem unter anderem Bill Gates als der Schuldige ausgemacht wurde, aber auch durch Weltuntergangs-Ankündigungen. Ein Mythos sei es zudem, dass die Blutgruppe O günstiger bei möglichen Covid-Erkrankungen wirke. Kritisch stand Kull dem Hinweis gegenüber, nachdem täglich drei Liter getrunken werden müsse. Es müsse soviel getrunken werden, wie es der Durst verlange. Ein Glas Rotwein bei älteren Menschen kann empfohlen werden. Hingegen sei es wenig sinnvoll nach einem Kater Gingseng, Fruchsäfte oder Natron einzunehmen. Da nütze eher starker Kaffee. Apropos Kaffee: Der Mediziner verwies darauf, dass sich mit Kaffee Schlafmangel nicht kompensieren lasse. Falsch sei, dass Kaffee dehydriere. Nicht beweisen lasse sich, dass Kaffee krebserregend sei oder graue Zellen vorübergehend schrumpfen liesse und es stimme auch nicht, dass Menschen länger lebten, wenn sie auf Kaffee verzichteten.

Bericht: Silvio Seiler, Vorstandsmitglied des ZRV
Fotos: Martin Bornhauser, Sekretär des ZRV